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Kinder gehen auf
Musik-Safari
Mit dem Musikmobil fährt die Musikschule ab sofort Krefelder
Grundschulen an.

Gestern machte das
Musikmobil Station an der Buchenschule. Der Schwerpunkt des Projekts
liegt auf praktischem Musizieren. Foto: Dirk Jochmann
Krefeld. Geige statt Gameboy – so könnte man das neue Angebot der Musikschule
bezeichnen. Mit einem knallroten ehemaligen Feuerwehrauto, dem
Musikmobil, fährt die Musikschule Krefelder Grundschulen an. In den
kommenden drei Jahren sollen so an jeweils zehn Schulen etwa 300 Schüler
pro Schuljahr mit elementarem Musikunterricht erreicht werden.
Am Montag machte das Musikmobil Station an der Buchenstraße. Die dortige
Grundschule ist eine von momentan vier, die sich in diesem Schulhalbjahr
an dem Projekt beteiligen.
Das Musikmobil wird
durch Mittel der Sparkassenstiftung und der Krefelder Bürgerstiftung
finanziert. Mit einem für diese Zwecke umgerüsteten Feuerwehrauto fährt
die Musikschule einmal wöchentlich Grundschulen an. Der Schwerpunkt der
Arbeit liegt auf praktischem Musizieren.
Für
Materialaufwand wird ein einmaliger Betrag von 10Euro pro Kind erhoben.
Können Eltern das Geld nicht aufbringen, wird der Anteil übernommen.
Musikschulleiter Ralph Schürmanns: „Es wird kein Kind aus sozialen
Gründen ausgeschlossen.“
„Uns ist wichtig, eine Klientel zu erreichen, in der es Eltern aus den
verschiedensten Gründen nicht möglich ist, ihre Kinder zur Musikschule
zu schicken“, sagte der Leiter der Einrichtung, Ralph Schürmanns, bei
der Präsentation des Musikmobils.
Gerade in kritischen Stadtteilen sei die Akzeptanz solcher Angebote nur
schwer einzuschätzen. „Aber die Nachfrage ist wirklich riesig – wir
haben einen gigantischen Bedarf, der kaum zu bewältigen ist.“ Das liege
zu einem großen Teil an der großen Kooperationsbereitschaft der
Krefelder Grundschulen. Schürmanns: „Wir haben hier wirklich sehr
engagierte Schulleitungen und Pädagogen, die das Projekt mittragen.“
Mitgetragen wird das Musikmobil aber auch von der Krefelder
Bürgerstiftung und von der Sparkassenstiftung. Die Bürgerstiftung hat
das feuerrote Musikmobil angeschafft, und „wir den großen Rest“, sagt
Lothar Birnbrich, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der
Sparkassenstiftung, sprich: Instrumente und Pädagogik. Denn neben
jeweils einem Lehrer der entsprechenden Schule ist auch immer Thorsten
Drees von der Musikschule als Projektleiter mit vor Ort.
Schwerpunkt des Musikmobil-Unterrichts ist der Umgang mit der eigenen
Stimme und mit verschiedenen Instrumenten, aus denen heraus die Kinder
ihre Interessen entdecken sollen. Anhand der drei Leitsätze „Entdecke
deine Stimme“, „Entdecke die Musik in dir“ und „Entdecke Instrumente“
unternehmen die Kinder eine Entdeckungsreise in die Welt der Musik,
machen quasi eine „Musik-Safari“, wie es in dem Programm heißt. Am Ende
eines jeden Schulhalbjahrs soll das Ziel eine Aufführung der
erarbeiteten Musikstücke sein.
Das inhaltliche Konzept des Musikmobils wurde in Zusammenarbeit mit
Professor Wolfgang Rüdiger von der Robert Schumann Musikhochschule
Düsseldorf erarbeitet. Das sieht vor, Grundschulen ein Paket von 15 bis
18 Unterrichtseinheiten von 45 bis 90 Minuten im Halbjahr anzubieten.
Dabei können 25bis 30 Kinder aufgenommen werden. Der Schwerpunkt der
Arbeit liegt auf praktischem Musizieren. Neben der integrativen Wirkung
gemeinsamen Musizierens sollen Lernverhalten und Sozialkompetenz der
Kinder entscheidend gestärkt werden. Musikschulleiter Ralph Schürmanns:
„Natürlich wird kein Schüler vom Musikunterricht ein besserer
Mathematiker. Aber Disziplin, Konzentrationsfähigkeit und
Sozialverhalten werden signifikant verbessert.“
von Yvonne Hofer
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