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Mit 16 schon das halbe Studium geschafft
Fünf junge Krefelder gehen zur noch Schule und studieren „nebenbei“
Sozialwissenschaften, Mathe oder Jura.
„Lernen war für mich schon immer was ganz Tolles“, lächelt Leonie Thöne.
Ihre Einstellung rechnet sich, denn in wenigen Tagen macht die
16-jährige ihr Abitur. Drei Klassen durfte sie überspringen. Doch da sie
sich immer noch nicht ganz ausgelastet fühlte, wendete sie sich an das
Krefelder Studienzentrum der Fern-Universität Hagen. Das war vor drei
Jahren und seitdem studiert sie, neben der Schule, noch Kultur- und
Sozialwissenschaften.
Die Schüler machen Prüfungen und können diese später nutzen
Leonie Thöne ist eine von derzeit fünf Schülern in Krefeld, die
studieren – auch Mathe und Jura. Das örtliche Studienzentrum ist sogar
das einzige deutschlandweit, dass die Schüler gezielt fördert. Ein
Projektversuch insofern, dass die jungen Menschen ihre Erfolge im
Fernstudium später tatsächlich nutzen können – obwohl sie noch kein
Abitur, keine gültige Fachhochschulreife erworben haben. Leonie hat
beispielsweise schon die Hälfte ihres Weges zum Studienabschluss Bachelor
geschafft.
Reinschnuppern in unterschiedliche Fächer ist ein wichtiger Faktor
Doch ein früher Abschluss ist nicht der zentrale Gesichtspunkt warum
Jutta Rossbach, Leiterin des Studienzentrums, das Projekt ins Leben
rief: „Hier kann man sich mal Mathe, mal Geschichte anschauen und dann
weiß man auch später, was man studieren soll“, meint sie. Viele seien
nach ihrem Abitur von der großen Auswahl und von der Masse an Angeboten
ganz überfordert.
Rossbach weiter: „Eine Universität hat eine Mentalität, an die muss man
sich als Schüler erst gewöhnen.“ Unterstützung erhält das Projekt von
der Bürgerstiftung Krefeld. Sie helfen den begabten Schülern mit
finanziellen Mitteln. „Die individuelle Förderung gilt so nicht nur für
Leistungsschwache, sondern auch für die Hochbegabten“, sagt
Stadtsprecher Timo Bauermeister.
Die Begabten verheimlichen aus Angst oft ihr Studium
Doch der Erfolg hat auch eine Kehrseite: Die Schüler-Studenten, die
jüngste ist gerade 13, verheimlichen ihre „Nebentätigkeit“ oft vor den
Mitschülern, da sie Mobbing fürchten. Auch Leonie hat nicht vielen davon
erzählt. „In ein paar Tagen habe ich mein Abitur, dann ist es mir auch
egal“, freut sie sich.
Von Lars Bültmann
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